
| Moderation: | Dr. Eberhard Kusber | |
| Themenkreis: | 06 - Bibliotheken in Kommunen – Impulse für Kultur, Kommunikation, Integration | |
| Zeit: | Donnerstag 04. Juni 2009 13:30 - 15:30 | |
| Raum: | Christian Reichart | rechts und Mitte (1.OG) | |
Abstract folgt
Gerald Schleiwies
Stadt Frechen - Frechen, Deutschland
Die Stadtbücherei Frechen (50.000 Einw. am Rande von Köln) wurde Ende 2006 umgebaut: Räumlich, personell und in der Bibliothekssoftware. Im September 2008 wurde vom Kulturausschuss das Bibliothekskonzept verabschiedet. Es sieht nicht nur die Beratung der Ämter und Fördervereine bei der Einrichtung von Schulbibliotheken vor, sondern auch die Eingliederung in die ausgelagerte Bibliothekssoftware vor. Die Server stehen in Mühlheim bei der Softwarefirma, die Arbeit erfolgt ausschließlich über das Internet. Seit August 2008 ist die vom Förderverein geführte Schulmediothek des städtischen Gymnasiums im OPAC der Stadt zu finden und nutzt auch die browserbasierte Portalsoftware. Auch die Stadtarchivbibliothek arbeitet damit und katalogisiert fleißig Buch für Buch ein. Die für Partner der Stadtbücherei erstmals zugänglichen Daten Dritter (z.B. D-NB oder ekz) nutzen beide mit. Das die Stadtbücherei mit Ihrer Verwaltungsbücherei in Form einer halben Stelle auch nach innen Kompetenzen wahrnimmt (Budgetführung der Ämter, Verwaltung von e-papers) verschafft Ihr zudem einen guten Ruf innerhalb des Rathauses. Eine Kooperation mit den beiden KöB in Frechen soll in 2009 erneuert werden. Ein kleine KöB bekommt erstmals EDV, eine größere KöB soll konvertiert werden. Die Lizenzen und die Konvertierungskosten trägt die Stadtbücherei, die Einführung und den Support ebenso. Beide Einrichtungen bleiben aber selbständige ehrenamtlich geführte KöB mit eigenen Satzungen und Gebühren. Somit werden alle Bibliotheken in der Stadt in einem System gebündelt, ein Verbund im kommunalen Bereich.
Erwin Miedtke
Stadtbibliothek Bremen - Bremen, Deutschland
Die Perspektive des Gender Mainstreaming beruht auf der Erkenntnis, dass formal geschlechtsneutrale Politik häufig die traditionellen Geschlechterverhältnisse – beabsichtigt oder unbeabsichtigt – reproduziert. Chancengleichheit bedeutet nicht nur formale Gleichstellung der Geschlechter, sondern gleiche Partizipation von Frauen und Männern im wirtschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Leben.
Gender Planning und Gender Budgeting beschreiben eine geschlechtersensible Vorgehensweise bei fachlichen Entscheidungsprozessen und Verwaltungsaufgaben aus der Erkenntnis heraus, dass Verwaltungshandeln durch eine geschlechterspezifische Verteilung von Ressourcen, Personen, Machtverhältnissen und Organisationskulturen geprägt ist.
Der Vortrag erläutert Beispiele aus der Praxis der Stadtbibliothek Bremen sowohl hinsichtlich der Verteilung von Ausgaben und Einnahmen auf die Geschlechter als auch bezogen auf die Wirkung von Einnahmen und Ausgaben auf die geschlechterspezifische Verteilung von Ressourcen. Ziel ist es, die Geschlechterperspektive möglichst früh in Prozesse einzubeziehen und durch den Gender-Ansatz die Rahmenbedingungen sowohl für den Output als auch für die interne Steuerung so zu gestalten, dass beide Geschlechter vom Prozess der weiteren Entwicklung profitieren und sich einbringen können. Die Wirksamkeit der eingesetzten Mittel wird unter Gender-Aspekten gemessen und evaluiert.
Mit ihrem Ansatz agiert die Stadtbibliothek Bremen als Pilotprojekt bei dem vom Senator für Finanzen gesteuerten Verfahren.
Dr. Dirk Wissen
Stadt- und Regionalbibliothek Frankfurt (Oder) - Frankfurt (Oder), Deutschland
Für die Stadt- und Regionalbibliothek (SRB) in Frankfurt (Oder) wurde im Rahmen der Amtseinführung des neuen Direktors ein intensives Lobbying unternommen. In den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit gab es ein Kennlerngespräch mit über 100 Persönlichkeiten die für die Bildungs- und Kulturlandschaft der Stadt bzw. der Bibliothek von Bedeutung sind. Intensive Beziehungen konnten somit in kurzer Zeit mit Direktoren anderer Bibliotheken, Museen und Bildungseinrichtungen sowie zum Oberbürgermeister, zum Kulturreferenten und Managern bedeutender Wirtschaftsunternehmen Frankfurts hergestellt werden. In einer weiteren Einladungswelle wurde allen neu gewählten Stadtabgeordneten nach ihrer Wahl gratuliert und diese in die SRB eingeladen.
Allen Persönlichkeiten wurde offeriert, wie sie die Bibliotheksräumlichkeiten zukünftig als Partner nutzen könnten. Mit dieser Offerte soll eine Lücke im öffentlichen Raumangebot geschlossen werden. So wurde dieses Angebot bereits für eine Talk-Sendung des örtlichen Fernsehens oder eine Kinovorstellung genutzt.
Als weiterer Schritt wurden alle Partner und die 100 Menschen, die der Einladung in die SRB folgten sowie alle lokalen und regionalen Medienvertreter zu einem Empfang eingeladen, bei dem über erste Erfolge, Partnerschaften, neuen Strategien und Neuerungen nach Außen kommuniziert wurde.
Durch diese Lobbying-Offensive konnte nicht nur schnell ein Netzwerk aufgebaut werden sondern das Image der SRB von Beginn an neu geprägt und somit „Ein neuer Blick auf die Bibliothek“ erzielt werden. Ach ließen sich erste Sponsoren für Veranstaltungen akquirieren.
Der Vortrag beim 98. Deutschen Bibliothekartag in Erfurt soll die Konzeption und weitere Schritte dieser Lobbying-Offensive der SRB vorstellen und zugleich als Inspirationen für andere Bibliotheken dienen.
Thomas Quigley
Vancouver Public Library - Vancouver, Kanada
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