
| Moderation: | Karin Holste-Flinspach Stauffenbergschule - Frankfurt/Main, Deutschland |
|
| Themenkreis: | 02 - Welches Rüstzeug brauchen Bibliothekarinnen und Bibliothekare von heute für morgen? | |
| Zeit: | Mittwoch 03. Juni 2009 13:30 - 15:30 | |
| Raum: | Halle 3 | |
Innovationsforum 2009 der BIB-Kommission für Ausbildung und Berufsbilder auf dem 98. Deutschen Bibliothekartag vom 2. bis 5. Juni 2009 in Erfurt
Die Kommission für Ausbildung und Berufsbilder des BIB (Berufsverband Information Bibliothek) lädt den Berufsnachwuchs ein, sich selbst und ihre Arbeit der Fachwelt bekannt zu machen.
Zu diesem Zweck werden in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift B.I.T. online eingereichte herausragende Studienprojekte oder Diplom- bzw. Bachelorarbeiten aus dem Bereich Bibliothek, Dokumentation und Information auf dem 98. Deutschen Bibliothekartag für die persönliche Präsentation in Erfurt ausgewählt.
Die drei prämierten Diplom-, Bachelor- bzw. Projektarbeiten erhalten den mit 500 Euro dotierten B.I.T. online-Innovationspreis. Geeignete Arbeiten werden zudem in der Buchreihe „B.I.T. online innovativ“ veröffentlicht.
Die Preisträger und die Autoren von drei weiteren eingereichten Arbeiten erhalten überdies eine einjährige kostenlose Mitgliedschaft im BIB.
Simon Brenner
Fachhochschule Köln - Köln, Deutschland
Im Rahmen der Diplomarbeit wurde ein Web-Content-Management-System (WCMS) entwickelt, welches Bibliotheken auch mit geringen finanziellen und personellen Mitteln erlaubt, eine attraktive Website zu erstellen, die ohne HTML-Kenntnisse einfach und zeitnah aktualisiert werden kann. Basierend auf einer Analyse traditioneller Problemfelder bibliothekarischer Internetpräsenzen, wie bspw. einer geringen Aktualisierungsfrequenz und der fehlenden Beachtung der BITV-Anforderungen (Barrierefreiheit), wurden unter Beachtung bisher angewandter Verfahren und Hilfsmittel für die Website-Erstellung und Pflege konkrete Anforderungen für ein Systemkonzept definiert, das im Rahmen der Arbeit umgesetzt wurde. Als Komplettlösung, die das Ziel verfolgt, den das System nutzenden Bibliotheken sämtliche administrativen Tätigkeiten abzunehmen, wird das System den Bibliotheken - dem Software-Bereitstellungs-Modell „Software-as-a-Service“ entsprechend - auf einem von einem Dienstleister betriebenen Webserver gegen eine Mietgebühr bereitgestellt und ist auf diese Weise sofort und ohne spezielles IT-Fachwissen nutzbar. Der Funktionsumfang orientiert sich im Umfang und Aufbau an den Anforderungen von Bibliotheken und bietet auf Bibliotheken als Zielgruppe ausgerichtete Funktionen wie einen Offline-OPAC und Schnittstellen zu anderen OPAC-Systemen. Auch individuelle Webdesigns sind trotz einer von mehreren Bibliotheken parallel genutzten zentralen Systeminstallation umsetzbar. Die Beschreibung der Konzepte der im Rahmen der Arbeit umgesetzten Funktionen wird ergänzt durch einen Ausblick auf für Bibliotheken sinnvolle funktionale Erweiterungen.
Fabienne Kneifel
Humboldt-Universität zu Berlin - Berlin, Deutschland
Das Web 2.0 hat auch bei Bibliotheksnutzern zu veränderten Erwartungshaltungen an bibliothekarische Online-Angebote wie die Kataloge geführt. Diese waren lange Zeit statische Nachweisinstrumente, die heutzutage über das Angebot reiner Bestandsverzeichnisse hinausgehend verschiedene Web 2.0-Funktionalitäten sowie Zusatzinformationen mittels Kataloganreicherung integrierten sollten, um den Erwartungen der Nutzer zu genügen.
Die Ergebnisse einer Online-Umfrage unter Nutzern einer Großstadtbibliothek unterstreichen dies: die Nutzer wünschen sich vielfältige Browsingmöglichkeiten, Google-ähnliche Suchmöglichkeiten, zusätzliche Inhalte und ein personalisierbares Angebot. Die Master-Arbeit mit dem Titel "Welche Funktionen und Inhalte sollte ein Bibliothekskatalog im Zeitalter des Web 2.0 bieten? Ein Katalog 2.0-Konzept für die Stadtbücherei Frankfurt am Main" stellt am Beispiel der Stadtbücherei Frankfurt am Main dar, wie Prinzipien des Web 2.0 (u.a. Nutzerfreundlichkeit und Kollaboration) auf das Online-Angebot übertragbar sind, ohne dabei den Personalaufwand, die rechtliche Absicherung der Bibliothek und Fragen der technischen Implementierung zu vergessen.
Kathleen Schacht
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) - Hamburg, Deutschland
Bibliotheken sehen sich einem zunehmenden Wettbewerb ausgesetzt, sowohl im Finanzbereich als auch im Bereich der Kundenwünsche und -anforderungen. Dabei spielt das Image von Bibliotheken eine immer wichtigere Rolle. Image ist nicht nur entscheidend bei der Gewinnung von Neukunden, sondern auch in Bezug auf die Zufriedenheit bestehender Kunden. Ein Image ist die Gesamtheit von Gefühlen, Einstellungen, Erfahrungen und Meinungen bewusster und unbewusster Art, die sich eine Person bzw. Personengruppe von einem „Meinungsgegenstand“, also bspw. einer Bibliothek, macht (Definition nach Carola Essig, 2003).
Doch wie kann man das Image der eigenen Bibliothek messen, herausfinden, definieren? Wie kann man es verändern oder wie festigen? Dafür eignet sich besonders die Methode der Imageanalyse, um das Image bei verschiedenen Zielgruppen zu erfassen. Für die Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky wurde eine Imageanalyse bei Kunden, Nicht-Kunden und Mitarbeitern durchgeführt. Dazu wurden zwei unterschiedliche Befragungen entwickelt, zum einen für die Kunden und Mitarbeiter, als „Kenner“ der Bibliothek und zum anderen eine für die Nicht-Kunden.
Die Ergebnisse der Imageanalyse flossen zusammen mit anderen Analysen, wie einer SWOT-Analyse, einer Stärken- und Schwächen-Analyse und einer Medienresonanzanalyse, in ein Kommunikationskonzept ein. Dieses fokussiert sich ganz klar auf die Stärken der Bibliothek und dem Imageaufbau der Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky Hamburg.