
| Moderation: | Dr. Volker Wittenauer | |
| Themenkreis: | 09 - Elektronische Dienstleistungen in der Diskussion | |
| Zeit: | Mittwoch 03. Juni 2009 09:00 - 12:00 | |
| Raum: | Halle 3 | Raum 2 | |
Prof. Dr. Harald Reiterer
Universität Konstanz - Konstanz, Deutschland
Die Recherche mittels online Katalogen gehört schon lange zum Standard moderner Bibliotheken. Trotz fortschreitender Digitalisierung wird auch in Zukunft der Bibliotheksbesuch seine wichtige Stellung bei der Wissensvermittlung behaupten. Freihandbibliotheken als Orte der Begegnung und des gemeinsamen Lernens sind durch technologischen Fortschritt allein kaum zu ersetzen. Die Idee der „Blended Library“ versucht deshalb die Bedürfnisse eines Besuchers im Vorfeld, während und im Nachgang eines Bibliotheksbesuchs umfassend zu unterstützen.
Die Vorbereitung kann beispielsweise von zu Hause aus durch das Abspeichern bzw. Vormerken von interessanten Titeln unter einem eigenen Benutzerprofil erfolgen. Innerhalb der Bibliothek wird es zu einer Vermischung (Blending) von realen Objekten (d.h. das Buch, die DVD) und digitalen Inhalten kommen welche das Erkunden des Medienbestandes und des darum angesiedelten Informationsraumes ermöglicht. Dabei sollen neue Formen der Interaktion den Benutzer in viel natürlicherer Weise unterstützen. Dies kann durch berührungsempfindliche Tische (sogenannten Tabletops) oder Litfaßsäulen, die jeweils mittels Multitouch (vgl. iPhone) bedient werden, erfolgen. Neben der normalen Recherche kann der Benutzer auch von ihm ausgewählte Medien (z.B. Bücher, DVDs) direkt auf den Tisch legen. Diese werden mittels RFID-Chips vom Tisch erkannt und eröffnen dem Benutzer durch berührungsempfindliche Menüpunkte einen Einstieg in einen umfassenden multimedialen Wissensraum. Auch mobile Endgeräte, wie moderne Smartphones spielen in der Bibliothek der Zukunft eine wichtige Rolle. Neben Recherche und Navigation können sie auch in Kombination mit Tabletops eingesetzt werden. So kann der Benutzer seine Favoriten, durch Auflegen des Smartphones auf den Tabletop näher explorieren bzw. sich direkt mittels seines Smartphones zum gewünschten Regal leiten lassen.
Durch den Einsatz und die Kombination verschiedenster Endgeräte, einem hohen Grad an Personalisierung und einer intensiven Nutzung von digitalen Inhalten werden sich gänzlich neue Formen der Wissensvermittlung eröffnen.
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